WLAN im Hotel: Herausforderungen und Chancen

WLAN, Wi-Fi, Internet – wer auf die einschlägigen Kundenbewertungsportale schaut, wird schnell erkennen, dass in der Bereitstellung eines leistungsfähigen Netzwerkes mittlerweile das größte KundenUNZUFRIEDENHEITspotential lauert.

Und zwar nicht nur bei Geschäftsreisenden und „Mobile Worker“, die ein stabiles Netzwerk für die Arbeit benötigen, sondern auch bei Familien, Paaren und Städtetouristen, die es gewohnt sind, jederzeit ihr Smartphone, Tablet oder Notebook nutzen zu können. 24/7 funktionierendes WLAN im ganzen Hotel, es ist ein „Must Go“ der Gäste. Dabei gilt: Internet muss viel mehr als früher leisten, Internet kann viel mehr als früher leisten

Der Reihe nach: Ich bin überzeugt vom technologischen Fortschritt und der digitalen Zukunft, die längst begonnen hat – und ich bin überzeugt davon, dass wir den „Gastgeber“ in den Vordergrund rücken müssen. IT im weitesten Sinne darf niemals Selbstzweck sein, sondern muss immer dem anderen dienen – im Idealfall gibt es eine Wechselwirkung. Das ist genau die Digitale Transformation, die tatsächlichen Nutzen hat.

Ob Internet-Telefonie, Online-Surfen, Video-Chat, Downloads etc., im Falle von WLAN, Smartphone, Tablet und Notebook geht es um eine Reihe von Fragen und Herausforderungen, die Hotels bzw. die Hotelbetreiber lösen müssen. Das sind z.B.:

  • Es müssen unterschiedliche Standards erfüllt und selbst für alte Geräte entsprechende Devices offen gehalten werden.
  • Gäste bewegen sich im Hotel und belasten damit temporär und häufig unvermittelt einzelne WLAN Access-Points im Haus über Gebühr.
  • Wie organisiert (und nutzt!) man die Tatsache, dass die Nutzlast eines Hotel-Netzwerks zwischen 9:15 und 20:30 Uhr höher ist, nachts aber rapide abnimmt?
  • Stichwort Frequenzen: Aktuell sind in der Regel WLAN Netzwerke nach IEEE Standard im 2,4 GHz Frequenzband im Einsatz. Das 5 GHz Frequenzband aber ist die Zukunft.
  • Immer mehr Gäste wollen auch im Hotel die Streaming-Dienstleistungen von Netflix, Amazon Prime & Co nutzen. Wie löst man die dadurch verursachten, immensen Belastungen für das Netzwerk? Und wie garantiert man den Anspruch nach immer hochwertiger Qualität?
  • Welche Bandbreite steht zur Verfügung? Angesichts der 1 GigaByte im „Entwicklungsland Deutschland“ ein durchaus brennendes Thema.

Aber Internet kann noch viel mehr…

Wenn ich sowieso in WLAN-Systeme investieren muss, warum nicht auch ein gutes Stück Intelligenz mit hinein packen? Konkret: Ich will wegen der WLAN-Bereitstellung wissen, wo sich meine Gäste wann bewegen. Aber nicht nur deshalb, sondern weil qualifizierte Daten, die ich über „Bewegungsprotokolle“ sammle, aufschlussreiche Informationen für meine Hotelorganisation, die Ausstattung und die Bereitstellung unterschiedlichster Services geben.

Dieses „Rohöl der Zukunft“ kann mir z.B. dabei helfen,

  • noch effizienter Räume zu planen oder auch
  • Stoßzeiten beim Frühstück zu lenken,
  • innenarchitektonische Anpassungen entlang der Gäste-Bedürfnisse (die u. a. auch die Parkplätze mit einbeziehen können) vorzunehmen oder
  • Service und Gäste so zu vernetzen, damit das Hotelteam in Echtzeit darauf reagieren kann.

ICH WILL VERSTEHEN. Wo bewegen sich meine Gäste und was tun bzw. was wollen sie da? Es genügt hier eben nicht, Gäste zu befragen. Umfassende, belastbare und nachhaltige Informationen liefert nur die Technik. Das wird im Marketing und Sales bereits umgesetzt (und gewinnt weiter an Bedeutung), hört aber aktuell meist an der Hoteltüre auf.

Dabei gibt es so viele innovative Themen (Fokus Gästezufriedenheit!), sie ernsthaft zu prüfen und voranzutreiben. Zum Beispiel Lichtsteuerung für einzelne Zielgruppen oder intelligente Soundkonzepte, die positiven Einfluss auf die Herzfrequenz unsere Gäste nehmen können oder ein frustfreies intelligentes Gästeleitsystem. Auch sie zeigen nur die gewünschte Wirkung, wenn ich die entscheidenden Grundinformationen habe.

Natürlich wird nicht alles heute umgesetzt. Und natürlich benötigen wir technologische Partner. Digitale Transformation fordert ja geradezu verbindlich die Vernetzung.

Und noch eine Anmerkung zum Schluss und angesichts der fast täglichen Meldungen über Terror und Naturkatastrophen aus gegebenem Anlass: In Krisen, ob im Hotel oder in der Nachbarschaft, ist eine reibungslose Kommunikation entscheidend. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Mobilfunkmasten hier nur bedingt geeignet sind. Man benötigt Glasfaser-Leitungen, man benötigt WLAN Access-Points, um via Internet telefonieren zu können (Voice over IP/VOIP). Und die liefert auch ein Hotel.

Foto: Fotolia

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