Craft-Beer aus der eigenen Hotel-Hausbrauerei.

Ohne herausragende Qualität und eine autentische Geschichte geht es nicht. Das gilt besonders dann, wenn in einem Hotel Craft Beer gebraut und ausgeschenkt werden soll.

Ein Trend nimmt endlich Fahrt auf. Immer mehr Hotels bieten in ihren Bars sogenanntes Craft Beer (auch Craftbier) an. Sie beziehen es meist von Brauereien aus der Region und setzen es als besonderes Highlight, aber ohne besondere Geschichte, auf ihre Getränkekarte. Zugegeben, weil Craft Beer sowieso gerade „in“ ist, muss man sich keine größere Gedanken über seine Vermarktung machen.

Was aber, wenn man als Hotel einen Schritt weiter geht und sein Craft Beer selber brauen will? Was wenn man wieder auf echte Handwerkskunst setzen will? Wenn man eine eigene Hausbrauerei installiert, einen Braumeister verpflichtet und dazu als Alleinstellungsmerkmal ein eigenes Gastronomiekonzept entwickelt und umsetzt? Wenn man auch in der Kettenhotellerie in Produktauswahl und Brauereiverfahren die höchste und „reinste“ Qualität zu erreichen sucht, die seinem Anspruch entspricht.

Auf der Suche nach neuen Trends müssen wir viel öfter über unsere Landesgrenzen blicken. Und wir müssen uns genau überlegen, wie wir gute Ideen mit den Charakteristika der Region verbinden und an die Bedürfnisse unserer Gäste anpassen können.

Der Trend „Craft Beer“ entstand Ende der 1970/80ern in den USA. Immer größer war dort der Wunsch geworden, neben der industriell gebrauten Bier-Plörre, Chemie inklusive, gewissermaßen als Gegenbewegung kreative, hochwertige und geschmacksintensivere Biere auf den Markt zu bringen. In den Vereinigten Staaten muss das „handgemachte“ Bier einer Brauerei entstammen, die klein und unabhängig ist – und sein Bier größtenteils aus den klassischen Bierzutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe herstellt.

In Deutschland wird die Bezeichnung CRAFT gleichgesetzt mit handwerklicher Herstellung. Das ist mir zu wenig, zumal ich der Überzeugung bin, dass viele kleine Brauereien ihre Stärken nicht nutzen, weil sie die gleichen kostensparenden Techniken und Tricks der Großbrauereien imitieren wollen und diese auf Grund ihrer Größe nicht einmal wirklich effizient sein können.

Mir geht es um viel mehr. Ich will handwerkliches Kunstwerk, das nur ursprüngliche und beste Rohprodukte und Zutaten gekonnt, behutsam und mit viel Zeit zu Bieren vereint, und dadurch den intensivsten Genuss garantieren. Wenn Sie das Thema Bierherstellung bzw. Brauen spannend finden, wird Sie auch folgender Beitrag interessieren >> (Link zu ergänzenden Martin/Roman-Beitrag)

Unternehmertum muss Spaß machen. Nur dann haben die Mitarbeiter auch Spaß, was in der Folge wiederum auch den Gästen Spaß macht. Zum Beispiel beim Brauen und Trinken von Craft Beer.

Vor vier Jahren, 2013, hatte ich die Idee, in einem unserer geplanten und neuen Hotels Craft Beer selbst brauen zu lassen. Der Anlass war denkbar simpel: Mir schmeckte das Bier meiner bisherigen Vorzugsbrauerei nicht mehr. Es war einfach nur beliebig. Ich wollte mal etwas Neues ausprobieren und habe mir online ein paar Sorten Craft Beer bestellt, die allesamt aus den USA kamen. Und von denen gab es einige, die mich schon beim ersten Schluck überzeugten. Ich hatte richtig Spaß daran und erzählte davon Freunden und Mitstreitern. Allesamt waren sofort angetan von der Idee einer Hotel-Hausbrauerei – und wir waren uns alle sicher, dass unsere Gäste davon begeistert wären.

Die Chance auf eine Craft Beer-Brauerei ergab sich mit den Planungen für das neue Comfort Hotel Frankfurt Airport West. Die exponierte Lage in der Nähe des Flughafens und direkt am Main, mit dem MainRadweg und der Eddersheimer Schleuse in unmittelbarer Nachbarschaft, ließ von Beginn an keinen Zweifel daran: Ein idyllischer Biergarten ist ein Muss!

Dabei betraten wir weitgehend Neuland. Denn: es gibt zwar in Deutschland einige kleinere Privatbrauereien, die ergänzend eine Pension oder ein Hotel eröffnet haben, die bekannten Hotelmarken aber haben sich noch nicht an das Thema heran getraut.

Es galt nun, ein stimmiges Gastronomiekonzept zu entwickeln, dass eine einheitliche und emotional ansprechende Geschichte für das Hotel und das Restaurant samt Biergarten erzählt. Und natürlich musste eine Brauerei installiert werden. Da die beste Geschichte oft sehr nah liegt, konzentrierten wir uns schnell auf den Fluss und das Wasser als Hauptmotive. Wir entwickelten als Hotel-Story die Flusslandschaft und setzten das WasserCraftWerk bis ins kleinste Detail als perfekte Verbindung von Gastronomie und Craft Beer-Brauerei um.

Ein paar Fakten

  • zur Brauerei, die nach unseren Vorgaben angefertigt wurde: 5 Hektoliter Sudhaus von Caspary, das sich direkt im Gastraum befindet, 5 und 10 Hektoliter Tanks (für die Gärung und Reifung der Biere) im anliegenden Gärkeller. Halbautomatische Anlage mit 500 Liter Ausstoß pro Sud. Jahreskapazität etwa 750 Hektoliter.
  • zur Gastronomie: Restaurant mit 120 Sitzplätzen, Biergarten mit 150 Sitzplätzen. Die Speisekarte bietet moderne Interpretationen rustikaler Wirtshausklassiker sowie ausgewählte internationale Gerichte.
  • zum Bier: Die Kelsterbacher WasserCraft-Biere gibt es aktuell als Weißbier und Helles. Die Biere werden unfiltriert und ohne thermische Behandlung serviert.
  • zur Vermarktung: Es gibt WasserCraftWerk-Gläser und ein eigenes Craft Beer-Glas. Dazu passende Bierdeckel, Bretter zur Verkostung etc.

Frühsommer 2017: Noch vor der offiziellen Eröffnung im September öffnet das Hotel und das  WasserCraftWerk ihre Türen, mit dem erfahrenen Braumeister Roman Dreis haben wir einen leidenschaftlichen Bierbrauer mit vielen Craft Beer-Ideen gewinnen können – zusammen mit den ersten begeisterten Gästen sind wir schon gespannt, welche Kreationen er entwickeln wird.

Schauen Sie doch einfach einmal vorbei. Ich versichere Ihnen, es wird Ihnen Spaß machen.

 

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