Das eierlegende Wollmich-Hotel.

Gehen Budget und Design zusammen? Und dann noch in einer Lage, außerhalb von Ballungszentren und sogenannten A-Destinationen? Ja, es geht. Wie das Beispiel STYLES Hotel Piding zeigt.

Die Fakten. Das Budget-Design-Hotel am Tor zum Berchtesgadener Land und nur 20 Kilometer von Salzburg entfernt, verfügt neben Lobby-Bar und drei Konferenzräumen für bis zu 60 Plätzen über insgesamt 90 komfortable Zimmer, davon 16 Familienzimmer.

Mut. Der 1. Bürgermeister von Piding, Hannes Holzer, hatte bereits vor vielen Jahren die Vision eines Hotels, in dem Gruppen ebenso eine Unterkunft finden wie Radfahrer, Wanderer oder Motorradfahrer, die nur eine Nacht bleiben (sog. Einnächtler). 2013 traf er sich erstmals mit Frank Zech von der BFB Hotelbau und mir – und überzeugte uns. Gemeinsam und mit  Unterstützung der Regierung Oberbayern und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land realisierten wir in Rekordzeit das Projekt. Bereits im Herbst 2016 war Soft-Opening.

Stichwort Technik. Die Technik ist auf der Höhe der Zeit. Dazu gehören kostenfreies GBit-WLAN im ganzen Haus (Extra abgesichertes Corporate-LAN für Firmencomputer), Buchen, Einchecken und Zimmeröffnen per Smartphone, in allen Zimmern Flatscreen-Smart-TV. Der Integration der erforderlichen Haustechnik in Räumen, in denen sie nicht gesehen werden soll, erfolgte durch den Wechsel von Raumbereichen mit und ohne abgehängte Decken.

Stichwort Nachhaltigkeit. Beim Bau des Hotels wurde ein besonderes Augenmerk auf Energieeffizienz gelegt. Daran orientierten sich u.a. die Auswahl der Baustoffe und Materialien ebenso wie die kompakte Architektur und eine zeitgemäße, energiesparende Heizungsanlage. Der Saison-Abstellraum ist im Winter Ski- und Schlittenplatz mit Trocknungsmöglichkeit und wird im Sommer zum Fahrradraum mit E-Bike-Ladestation.

Für die Dämmung kommen keine Plastikdämmmaterialen zum Einsatz, sondern es werden die in der beherzigen Region seit Hunderten von Jahren erprobten Dämmmethoden zeitgemäß umgesetzt.

Stichwort Story-Telling. Menschen lieben Geschichten. Das wissen inzwischen auch immer mehr Hotelbetreiber. Sie stellen ihr Haus unter ein Motto, wollen mit sogenanntem Story-Telling positive Emotionen wecken. Eine stringente Geschichte, die bewusst und vor allem auch unterbewusst auf Gäste wirken soll, darf sich jedoch nicht darauf beschränken, dass in der Lobby eine Vitrine mit passenden Devotionalien steht und auf Wänden schöne Texte gekritzelt werden.

Story-Telling im Hotel ist mehr als eine Hochglanz-Imagebroschüre samt Pressemeldung, es lebt vielmehr von der Stärke und Authentizität des Haupt-Motivs – und sehr, sehr viel Liebe zum Detail. Architektur, Innenarchitektur und Ausstattung müssen konsequent die EINE Geschichte erzählen. Im STYLES Hotel Piding ist es das Alpenland, dem der Gast allerorts unverkennbar  und unaufgeregt begegnet.

Viel zu viele Geschichten, die Hotels mit Architektur und Ausstattung erzählen wollen, beginnen mit einer Aufmerksamkeit heischenden Überschrift – und krepieren bereits in ihrer Einleitung.

Stichwort Architektur. Der Neubau sollte so aussehen, als hätte er schon immer hier gestanden. Das Architekturvorhaben des STYLES Hotels Piding nahm den traditionellen Zweiseithof des Chiemgaus als Inspiration und Vorgabe für die Proportionen des Neubaus.

Das Hotelgebäude wurde in die vorhandene Bausubstanz der benachbarten Gebäude eingefügt und stellt die Umsetzung der Bauweise großer Bauernhöfe im Chiemgau auf ein notwendigerweise großvolumiges Hotelgebäude dar. Die zeitgemäße Interpretation von Details aus dem traditionellen Holzbau beinhaltet große Dachüberstände und hohe Pfetten, Holzbekleidungen, Holzfenster, Holzgeländer sowie Putzflächen in Weiß.

Stichwort Innenarchitektur. Das STYLES Hotels Piding sieht sich der alpenländischen Tradition verpflichtet und interpretiert sie modern-frisch ohne Plüsch und Kitsch. Die besondere Atmosphäre des Hauses basiert auf dem stimmigen Zusammenspiel von einer großzügigen Raumaufteilung mit klaren Linien und einem besonderen Fokus auf Details.

Die Zonierung der öffentlichen Bereiche in ineinander übergehende „Stuben“ schafft einen Gaststubencharakter, die Einheit von Rezeption und Bar erinnert an die Theke einer traditionellen Gastwirtschaft. Die Farbpalette umfasst Grün und seine Nuancen (für die Wiesen und Wälder), Brauntöne (Erde), Hellgrau (Felsen) und Blau für den Himmel.

Typisch Alpenland: Im Hotel erinnern daran u.a. Leuchten aus Abwurfstangen von Hirschen, Teppichboden mit Kieselsteinmuster, Kletterseile und Karabinerhaken, Milcheimer, Gamsfell-Hocker, gestrickte Lampenschirme aus Schafswolle, Steinbock und Gams als Formgeber für Beschriftungssymbole und Kuhglocken am Lüster im Eingang.

Fazit. Die voralpenländische Herkunft schätzen, die Gemütlichkeit pflegen und dabei die Möglichkeiten neuester Technologien nutzen – das STYLES Hotel Piding spannt den Bogen zwischen Tradition und Moderne, zwischen Qualität und Preisbewusstsein. Es beweist, dass auch ein Budget Hotel stylisch sein und hohe Ansprüche an modernes und individuelles Design erfüllen kann. Alpin, tradierend, fröhlich, ironisch und trotzdem respektvoll, zitierend und bayerisch – sind Attribute, die hier lebendig werden.

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